Motorradreisen und psychisch krank ||Mopped&Psyche Teil 1

Geht das? Kurz gesagt, klar, denn das ist heilende Medizin für die Seele. Einfach unterwegs und nur schon unterwegs zu sein, ist für mich Therapie. Das kleine 1-Mann-Zelt, die Thermarest mit Schlafsack, Trangia in der Ortlieb-Satteltasche und Espresso-System im Tankrucksack, Klappspaten klein und Ortlieb-T-Pack dabei und einfach, einfach sein.

Zitat Reisebericht Korsika 2010:

Um 7.00 Uhr, nach einer geruhsamen Nacht auf den Polstern des Speisesaals, erreichten wir Bastia und die Reise führte uns nach Norden zur Umrundung von Cap Corse. Da zeigte sich der Frühling und Sommerübergang in seiner vollen Pracht. Im Mai blüht die Insel und wir fanden Pflanzen in der Blüte vor, die wir nur als Grünzeug am Wegesrand kannten oder von der Sommerhitze komplett verbrannt.

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Abb.16: Frühlingsblüte…Abb.17: wo immer man schaut

Die Umrundung von Cap Corse ist ein stilvoller Einstieg in die Inselwelt und es heißt, es zeige sich die komplette Geographie und Schönheit der ganzen Insel im nördlichen Zeigefinger von Korsika.

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Abb.18: Cap Corse Richtung Südwest blickend

Ich hab kaum eine schönere Tagestour mit dem Motorrad erlebt, als die eindrucks-volle Fahrt um das Cap Corse, immer am Meer entlang, eine schmeichelnde Sonne, Kurven und Schlaglöcher und atemberaubende Aussichten übers Meer und Felsküste, und den bis 2700 m hohen und schneebedeckten Berges des Inselrückens im Hintergrund.

Das war Teil 1 zu Mopped&Psyche [http://www.pitpfaff.de]

Neuroleptika: Fluch oder Segen

Das erste Neuroleptikum Chlorpromazin

Der französische Militärarzt und Chirurg Henri Marie Laborit entdeckte als erster die psychotrope Wirkung von Chlorpromazin und ebnete damit den Weg für die Einführung der Neuroleptika

Der erste Wirkstoff, der als antipsychotisch wirksames Medikament vermarktet wurde, ist das Chlorpromazin.[13] Es wurde im Jahr 1950 erstmals in Frankreich bei Forschungen zu antihistaminisch wirksamen Substanzen vom Chemiker Paul Charpentier bei der Firma Rhône-Poulenc synthetisiert. Seine antipsychotische Wirkung wurde zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht erkannt. Im Jahre 1952 erprobte der französische Chirurg Henri Marie Laborit auf der Suche nach einem wirksamen Anästhetikum mehrere Antihistaminika. Er bemerkte, dass diese Stoffe eine sedierende und angstlösende Wirkung zu haben schienen, allen voran das Chlorpromazin.

Zwischen April 1951 und März 1952 wurden 4000 Proben an über 100 Forscher in 9 Länder verschickt. Am 13. Oktober 1951 erschien der erste Artikel, in dem Chlorpromazin öffentlich erwähnt wurde. Laborit berichtete über seine Erfolge mit der neuen Substanz bei der Anästhesie. Die beiden französischen Psychiater Jean Delay und Pierre Deniker gaben am 26. Mai 1952 bekannt, dass sie eine beruhigende Wirkung bei Patienten mit Manie gesehen hätten. Während Chlorpromazin am Anfang noch gegen viele verschiedene Störungen eingesetzt wurde, zeigte sich später als wichtigste Indikation eine spezifische Wirkung gegen psychomotorische Unruhe, vor allem bei der Schizophrenie.

Ab 1953 wurde das Chlorpromazin als Megaphen (Deutschland 1. Juli 1953) oder Largactil in Europa vermarktet, 1955 kam es in den USA unter dem Namen Thorazine auf den Markt. Die heute gebräuchliche Bezeichnung „Neuroleptikum“ wurde 1955 von Delay und Deniker eingeführt. Sie hatten beobachtet das Reserpin und Chlorpromazin sehr ähnliche extrapyramidale Nebenwirkungen haben.[14] Das neue Medikament wurde in den USA als „chemische Lobotomie“ beworben. Die Lobotomie war zu dieser Zeit eine verbreitete Gehirnoperationsmethode zur Behandlung einer Reihe von psychischen Krankheiten und Verhaltensstörungen. Die Verwendung von Chlorpromazin versprach eine vergleichbare Wirkung mit dem Vorteil, dass eine rein medikamentöse Behandlung nicht-invasiv und reversibel ist.

Die neurophysiologische Wirkung des Chlorpromazin wurde erforscht, davon ausgehend wurden zahlreiche weitere antipsychotisch wirksame Stoffe entdeckt. Die Forschungen führten 1957 zur zufälligen Entdeckung der modernen Antidepressiva sowie weiteren Wirkstoffen wie Anxiolytika.

Soteria (v. griech. σωτηρία „Rettung“, auch: Wohl, Bewahrung, Heil)

ist eine alternative stationäre Behandlung von Menschen in psychotischen Krisen. In einem alltagsnahen und normalisierenden Kontext (wohnlich, familienartig, entspannt) werden Patienten mit möglichst geringer neuroleptischer Medikation durch ihre Psychose begleitet.[1] Eine wichtige theoretische Basis dieser Therapieform ist die Affektlogik von Luc Ciompi.

Entwickelt wurde dieses alternative Behandlungsmodell im Zuge der Antipsychiatrie-Bewegung seit den 1960er Jahren. Die erste Einrichtung dieser Art wurde 1971 in Kalifornien (USA) vom Psychiater Loren Mosher (* 1933; † 2004) gegründet, musste jedoch nach zwölf Jahren wegen Einstellung staatlicher Hilfen geschlossen werden. 1984 gründete der Schizophrenieforscher Luc Ciompi in Bern (Schweiz) die erste Soteria[2] in Europa.

Das Soteria-Konzept hat seither vor allem in Deutschland Verbreitung gefunden. Seit den 1990er Jahren wurden dort über 15 Soteria-Projekte gegründet. Heute gibt es Soteria-Einrichtungen in Deutschland in Zwiefalten[3] (seit 1999), München[4] (seit 2003), Reichenau[5] (seit 2012), Gangelt[6] und Berlin[7] (beide seit 2013). Zudem gibt es seit 2012 in Bonn[8] eine Station mit Soteria-Elementen[9]. Die genannten Einrichtungen sind Mitglieder der 1997 in Bern gegründeten und 2015 in einen Verein umgewandelten Internationalen Arbeitsgemeinschaft Soteria (IAS)[10], deren Schwerpunkt neben Vernetzung und fachlichem Austausch die Sicherung der Soteria-Behandlungsqualität mittels der “Soteria Fidelity Scale”[11] ist. Daneben gibt es auch Soteria-Häuser in Tokyo[12] und Jerusalem[13] sowie Soteria-Projekte in Großbritannien[14] und den Niederlanden[15].