Lange Wartezeiten: Der steinige Weg zur Psychotherapie

Psychische Störungen brauchen eine gute Therapie. Doch das ist für gesetzlich Krankenversicherte leichter gesagt als getan. Denn die Plätze sind rar und der Ablauf nicht leicht zu durchblicken.

Wenn es um das Thema Psychotherapie geht, stellen sich den meisten Menschen Fragen über Fragen. Zum Psychiater oder Psychologen? Wie sind die Wartezeiten? Was zahlt die Kasse? Wie bekomme ich überhaupt einen Termin.

Kein Wunder, denn an einen Platz für eine von der Krankenkasse bezahlten Behandlung zu kommen, kann kompliziert und aufwendig sein. Und das ist nicht alles. Wichtige Fragen und Antworten:

Psychologe oder Psychotherapeut: Wo sind die Unterschiede?

Ratgeber 15.12.19 Psychotherapien im Vergleich Welches Verfahren passt zu wem? Mehr zum Thema Psychotherapien im Vergleich Welches Verfahren passt zu wem? Programme im Test Online gegen Depressionen?

Ein Psychologe hat ein Studium in Psychologie absolviert – der Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen. Damit kann man in verschiedenen Bereichen arbeiten, in der Verkehrspsychologie zum Beispiel. Man ist aber noch nicht heilkundlich ausgebildet, wie Anja Wahl erklärt. Sie ist Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin und Beraterin beim Psychotherapie-Informationsdienst (PID).

Dazu ist eine psychotherapeutische Zusatzausbildung nötig. Die ist gesetzlich geregelt und beinhaltet eine staatliche Abschlussprüfung (Approbation). Danach ist man psychologischer Psychotherapeut.

Auch Mediziner können psychotherapeutisch tätig sein. Sie können sich in ihrer Facharztausbildung darauf spezialisieren und sind dann Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder Facharzt für Psychosomatische Medizin. Oder sie machen eine psychotherapeutische Zusatzausbildung zum ärztlichen Psychotherapeuten.

Die Begriffe Beratung oder Berater, Coaching oder Coach sind nicht geschützt. Es ist also keine besondere Ausbildung notwendig, um sich so zu nennen. Entsprechende Ausbildungen verlaufen nicht nach festgelegten Kriterien. Auch hinter der Bezeichnung „psychologische Beratung“ muss nicht zwingend eine fundierte Ausbildung stecken.

Wie finde ich einen Therapeuten?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Eine ist, Therapeuten im Umkreis anzurufen und nach freien Kapazitäten zu fragen. Bei der Suche können das Psychologenportal des Fachberufsverbands BDP, die Psychotherapeutenkammern der Bundesländer oder die Arztsuchen der Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer helfen.

Oder man lässt sich über die Terminservicestellen unter der Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes (116 117) einen Termin vermitteln. „Dort werden aber keine Therapieplätze vermittelt, sondern ein Erstgespräch – die sogenannte Sprechstunde“, wie Johanna Thünker betont. Sie ist Vorsitzende des Verbandes Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (VPP).

Frust am Arbeitsplatz

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Ob der Therapeut Kapazitäten für die eigentliche Therapie frei hätte, spielt dabei keine Rolle. Die Stellen vermitteln auch Akuttherapien mit maximal zwölf Stunden Umfang. Dafür muss in der Sprechstunde aber festgestellt werden, dass die Therapie dringend nötig ist.

Wie läuft der Weg zur Therapie?

Am Anfang steht die Sprechstunde. Hier wird der Bedarf abgeklärt und gegebenenfalls eine erste Diagnose gestellt.

Mit dieser Information geht es für den Patienten weiter: Nun kommen die sogenannten probatorischen Sitzungen, wie Anja Wahl erklärt. Vorgesehen sind bis zu vier solche Sitzungen mit je rund 50 Minuten Länge. Sie dienen dem Kennenlernen und der Festigung der Diagnostik. Es werden zum Beispiel Details aus der Biografie besprochen. Wahl: „Die probatorischen Sitzungen sollte man nach Möglichkeit dort machen, wo man später auch die eigentliche Therapie macht.“

Sie rät, bei der Vereinbarung dieser Sitzungen gleich nachzufragen, wie lange man auf den eigentlichen Therapieplatz warten müsste. „Man darf probatorische Sitzungen bei verschiedenen Therapeuten machen, um den für sich besten auszuwählen“, sagt Wahl. Nach den probatorischen Sitzungen folgt – meist mit Wartezeit – die Therapie. Wie diese dann aussieht, hängt stark von der Diagnose und der Therapieform ab.

Was zahlen die Krankenkassen?

Zuerst muss in der Sprechstunde festgestellt werden, dass ein Bedarf für eine Psychotherapie besteht. Ist das der Fall, muss man nach den probatorischen Sitzungen einen Antrag stellen, damit die Krankenkasse die Kosten für eine Psychotherapie übernimmt – dabei könne der Behandler meist helfen, erklärt Johanna Thünker.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen in der Regel nur eine Therapie bei dafür zugelassenen Behandlern. Das sind psychologische oder ärztliche Psychotherapeutinnen und -therapeuten, die in einer der vier von den Krankenkassen übernommenen Therapieformen ausgebildet sind: Verhaltenstherapie, Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und systemische Psychotherapie.

Das Problem: Nicht jeder Therapeut mit dieser Ausbildung hat auch eine Kassenzulassung. Das liegt daran, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer nur eine bestimmte Anzahl an Therapeuten vorsehen. Wer keinen Therapeuten mit Kassenzulassung findet, kann sich laut Thünker bei einem gleichwertig ausgebildeten Psychotherapeuten in Therapie begeben und einen Antrag auf Kostenerstattung stellen – unter bestimmten Voraussetzungen zahlen die Krankenkassen.

Wer die Kosten für die Behandlung selbst tragen muss, sollte laut Anja Wahl mit Kosten von etwa 90 Euro pro Sitzung rechnen.

Wie lange muss man auf einen Therapieplatz warten?

Zu lange, sagen Experten. Der Bedarf unter den gesetzlich Versicherten sei weitaus höher, als es kassenzugelassene Therapeuten beziehungsweise Plätze gebe, kritisiert Wahl. Wie lange man warten muss, darauf gibt es keine pauschale Antwort. Wahl nennt einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten. In der Praxis von Johanna Thünker seien es derzeit 16 Monate. Im Bundesschnitt waren es 2018 laut einer Studie der Bundespsychotherapeutenkammer rund fünf Monate.

Laut Jonas Dietrich, Diplom-Psychologe und Berater bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), sind es meist mehrere Monate – auf dem Land noch etwas länger als in der Stadt.

„Die Situation erscheint auch deshalb besorgniserregend, weil viele Menschen sich erst dann um einen Psychotherapieplatz bemühen, wenn es ihnen schon sehr schlecht geht und nicht bereits bei den ersten Anzeichen einer psychischen Erkrankung“, erklärt Dietrich. „Und dann müssen sie noch ein halbes Jahr warten. Das ist nicht günstig für den Krankheitsverlauf.“

Wie kann man die Wartezeit überbrücken?Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen

  • Bei Suizidgefahr: Notruf 112
  • Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222 oder 116-123, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111; Mo-Sa von 14 bis 20 Uhr)
  • Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.
  • In der deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.
  • Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Wichtig ist: Notfälle, etwa wenn es um Suizidgedanken geht, müssen sofort behandelt werden – entweder ruft man die 112 oder wendet sich direkt an eine psychiatrische Institutsambulanz, betont Dietrich. Einweisungen sind auch über den Hausarzt möglich.

Um die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken, können Betroffene sich zum Beispiel an regionale Selbsthilfegruppen wenden – dort bekommt man emotionale Unterstützung und kann sich mit anderen vernetzen. Zudem gibt es in jedem Landkreis den sozialpsychiatrischen Dienst, der Menschen in Krisen unterstützt und berät.

Zur emotionalen Entlastung können Menschen auch das Angebot der Telefonseelsorge nutzen oder sich am „Seelefon“ des Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (BApK) beraten lassen.

Unter Umständen gibt es ambulante Behandlungsangebote in der psychiatrischen Institutsambulanz. Einige Krankenkassen böten zur Überbrückung von Wartezeiten psychologische Internetkurse mit Infos, Übungen und Chats an, ergänzt Dietrich. Wichtig ist, sich während der Wartezeit weiter um einen Therapieplatz zu kümmern und auf Wartelisten der Therapeuten schreiben zu lassen. Denn: Alle Überbrückungsangebote ersetzen langfristig keine Therapie.

Quelle: ntv.de, Elena Zelle, dpa

Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen (wikipedia) sind selbstorganisierte Zusammenschlüsse von Menschen, die ein gleiches Problem oder Anliegen haben und gemeinsam etwas dagegen bzw. dafür unternehmen möchten. Typische Probleme sind etwa der Umgang mit chronischen oder seltenen Krankheiten, mit Lebenskrisen oder belastenden sozialen Situationen. Es gibt allerdings auch themen-offene Selbsthilfegruppe, z. B. themenoffene Männergruppen. Die Zahl der Selbsthilfegruppen in Deutschland wird auf 70.000[1]–100.000 geschätzt. Laut dem telefonischen Gesundheitssurvey[2] des Robert Koch-Instituts 2003 waren etwa 9 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands schon einmal Teilnehmer einer Selbsthilfegruppe. Fragt man danach, wie hoch der Anteil derer ist, die zum Zeitpunkt der Befragung eine Selbsthilfegruppe besuchen, so lag dieser 2005 bei 2,8 Prozent.[3]

Selbsthilfegruppen dienen im Wesentlichen dem Informations- und Erfahrungsaustausch von Betroffenen und Angehörigen, der praktischen Lebenshilfe sowie der gegenseitigen emotionalen Unterstützung und Motivation. Darüber hinaus können Selbsthilfegruppen durch entsprechende Organisationen in unterschiedlichem Grad die Belange ihrer Mitglieder nach außen vertreten. Die häufigste Organisationsform ist dabei der eingetragene Verein, der Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit, Unterstützung von Forschungsprojekten bis hin zur politischen Interessenvertretung leisten kann. Selbsthilfegruppen ohne Angabe der Rechtsform werden als Gesellschaften des bürgerlichen Rechts (§§ 705 ff. BGB) behandelt.[4] Selbsthilfegruppen werden meist ehrenamtlich geleitet. Unter bestimmten Voraussetzungen können Selbsthilfegruppen im Rahmen der Selbsthilfeförderung nach § 20c SGB V die Kosten für Büro, Räume, Öffentlichkeitsarbeit etc. erstattet bekommen.[5]

Selbsthilfegruppen in Deutschland

Typischer Gruppenraum im Münchner Selbsthilfezentrum

Die Leistungen der Selbsthilfegruppen werden inzwischen als wichtige Ergänzung zum professionellen Gesundheitssystem von den Kostenträgern anerkannt. Daher werden Selbsthilfegruppen, die sich mit gesundheitlichen Problemen befassen, von der gesetzlichen Krankenversicherung gefördert. Nach § 20h SGB 5 sind alle Krankenkassen dazu verpflichtet. Vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten bieten auch andere Institutionen (z. B. gesetzliche Rentenversicherungen aber auch Kommunen und Länder). Für die Unterstützung von örtlichen Selbsthilfegruppen sind neben den Selbsthilfeorganisationen die ca. 280 Selbsthilfekontaktstellen und -unterstützungseinrichtungen von Bedeutung. Sie befinden sich in unterschiedlichen Trägerschaften – teils bei den Wohlfahrtsverbänden, teils bei den kommunalen Trägern. Professionelle Mitarbeiter (z. B. Psychotherapeuten oder Sozialarbeiter/-pädagogen) vermitteln Suchende an bestehende Selbsthilfegruppen oder unterstützen bei der Gründung und In-Gang-Setzung einer neuen Gruppe. Im Unterschied zu Selbsthilfeorganisationen, die ein spezifisches Indikationsgebiet (Sucht, Krankheit) vertreten, haben die Selbsthilfekontaktstellen keinen expliziten Bezug zu bestimmten Erkrankungen oder sozialen Problemen.

Sertralin

Sertralin gehört zu den wichtigsten Arzneistoffen gegen depressive Erkrankungen. Die Depression  ist eine ernstzunehmende, psychische Erkrankung, die nicht mit vorübergehender innerer Verstimmung oder Trauer verwechselt werden darf, die ihrerseits angemessene Reaktionen auf bestimmte äußere Ereignisse (wie Verluste oder nach dem Tod von Angehörigen) darstellen. Der Wirkstoff Sertralin hilft Patienten, indem er stimmungsaufhellend, aktivierend und angstlösend wirkt. Hier lesen Sie alles Wichtige über die Wirkung und Anwendung von Sertralin, Nebenwirkungen und Warnhinweise.

Wirkung

Im Gehirn und Rückenmark (Zentrales Nervensystem) sorgt das Zusammenspiel aus verschiedenen Botenstoffen (Neurotransmitter) dafür, dass man angemessen auf bestimmte Situationen (wie Freude, Aufregung etc.) reagieren kann. Dazu werden die verschiedenen Botenstoffe (wie Serotonin und Noradrenalin) je nach Bedarf von Nervenzellen ausgeschüttet und später wieder aufgenommen und gespeichert.

Dieses Gleichgewicht der Botenstoffe ist bei Menschen, die unter einer depressiven Erkrankung leiden, gestört. Es treten Symptome wie Niedergeschlagenheit, Schlaflosigkeit und Angstzustände auf, die dem Betroffenen eine aktive Teilnahme am normalen Lebensalltag erschweren.

Der Wirkstoff Sertralin gehört zur Gruppe der „Selektiven-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer“ (SSRI): Er hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin in seine Speicherzellen. Dadurch steigt die Menge an freiem und damit aktivem Serotonin zwischen den Gehirnzellen, was einen stimmungsaufhellenden, aktivierenden und angstlösenden Effekt hat.

Aufnahme, Abbau und Ausscheidung

Das Antidepressivum wird fast vollständig aus dem Darm aufgenommen und danach über die Leber verstoffwechselt. Die Wirkung tritt meist nach einer Anwendungsdauer von einer Woche ein, es kann aber bis zu einem Monat dauern, bis sich die Sertralin-Wirkung vollständig entfaltet.

Lithium zum Stimmungsausgleich

https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/depression/therapie/antidepressiva/lithium_aid_16968.html

colourbox.de Oft verschreiben Ärzte Lithium, um die Wirkung von Antidepressiva zu verstärken.

Bereits im fünften Jahrhundert nach Christus war bekannt, dass lithiumhaltiges Mineralwasser die Stimmung ausgleicht. 1949 entdeckte der australische Psychiater John F. Cade, dass Lithium einen leicht dämpfenden Effekt auf Patienten mit übersteigerter Hochstimmung hat. Rund zehn Jahre später bestätigte der dänische Wissenschaftler Mogens Schou diese Wirkung und führte Lithium in Europa ein.

Lithium ist ein Leichtmetall und kommt in verschiedenen Salzen vor. Es wirkt im Gehirn auf eine Vielzahl biochemischer Prozesse. Welcher der Effekte sich antidepressiv auswirkt, ist den Forschern bis heute nicht klar.

Für Gesunde besitzt Lithium keine Auswirkung auf die Psyche. In Kombination mit Antidepressiva sorgt es dafür, dass ein Rückfall unwahrscheinlicher wird. Ärzte verordnen Lithium deshalb vor allem in der Langzeittherapie von Patienten mit so genannten bipolaren Depressionen, durch die sich depressive Phasen mit Phasen der Hochstimmung abwechseln. Gelegentlich verschreiben Ärzte Lithium, um die Wirkung von Antidepressiva zu verstärken.

Nebenwirkungen

Zu Beginn der Behandlung kommt es gelegentlich zu leichten Nebenwirkungen wie Verdauungsbeschwerden und Händezittern.

Hinweise

Problematisch ist die richtige Dosierung. Denn zwischen zu wenig und zu viel gibt es nur wenig Spielraum. Da es leicht zur Überdosierung und damit zu Vergiftungserscheinungen kommt, sollte der behandelnde Arzt die Konzentration von Lithium im Blut alle drei Monate kontrollieren.

Lindenhöhe-Erfahrung

klinikbewertungen.de

Gesamtzufriedenheit: sehr zufrieden (Siehe Bericht)
Qualität der Beratung: sehr zufrieden (Hier ist man Mensch und nicht nur Patient.)
Medizinische Behandlung: sehr zufrieden (, weil das Konzept stimmig ist) Verwaltung und Abläufe: zufrieden
Ausstattung und Gestaltung: sehr zufrieden
Pro:Das „Gesamtpaket“ ist sehr gut. Wer aktiv mitmacht ist dort richtig. Kontra:Es gibt immer etwas zu verbessern: Freizeitgestaltung Krankheitsbild:Depressionen, Trauma Erfahrungsbericht:

Ich war zweimal in der Lindenhöhe. Beim erstenmal für 5 Monate inkl. Tagesklinik, beim zweiten Album für 3 Monate.

Depressionen und ein Trauma haben mich zu den Aufenthalten gezwungen.

Wer sich für eine stationäre Behandlung und Therapie in der Lindenhöhe entscheidet, muss die Bereitschaft mitbringen sich seiner Situation zu stellen und aktiv mitzuarbeiten. Eine Psychotherapie ist Arbeit. Besonders für den Patienten. Wer das verstanden hat und akzeptiert, findet in der Lindenhöhe die bestmöglichen Ressourcen, um seine Krankheit zu akzeptieren und besser damit umgehen zu können.

Es wird nicht nur die Krankheit therapiert, sondern auch mit vielen Informationen und Bespielen erklärt wie wir uns von der Krankheit beherrschen lassen und welche Strategien und Maßnahmen wir als Patienten einsetzten können, um wieder Spaß am Leben haben zu können.

Frau Dr. Menne ist eine Ärztin, die kein Blatt vor den Mund nimmt und klare Anweisungen gibt, die mir (im ersten Moment) nicht immer gefallen haben, aber notwendig waren.Sie hört sehr gut zu und ist auf meine Sorgen, Wünsche und Anregungen immer eingegangen. Sie hat mich nicht nur als Patienten, sondern auch als Mensch mit all seinen Stärken und Schwächen wahr genommen. Frau Dr. Menne ist nicht nur kompetent, sondern auch sehr humorvoll und lustig.

Das Pflegepersonal und die Therapeuten sind kompetent und offen für Kritik. Die angebotenen Therapien und Angebote sind umfangreich und kurzweilig.

Die Zimmer und das Essen lassen auch keine Kritik zu.

Es geht mir heute sehr viel besser. Nicht weil ich Tabletten nehme, sondern weil ich die richtige Therapie bekommen habe und gelernt habe, mir von meinen Depressionen nicht die Lebensfreude nehmen zu lassen.

M. L. aus Karlsruhe

Jane Goodall-Pandemie

Die Corona-Pandemie ist nach Ansicht der berühmten Forscherin und Umweltaktivistin Jane Goodall durch einen respektlosen Umgang des Menschen mit Natur und Tieren ausgelöst worden. Verhaltensforscherin Jane Goodall (Bild: Sven Hoppe/DPA/Belga)

Verhaltensforscherin Jane Goodall (Bild: Sven Hoppe/DPA/Belga)

Die 86-Jährige rief zu einem anderen, bewussteren Umgang mit der Umwelt auf, um künftige Katastrophen zu verhindern. „Wenn wir beispielsweise den Wald zerstören, werden die verschiedenen Tierarten, die ihn bewohnen, gezwungen, auf engerem Raum zu leben. Krankheiten werden von einem Tier auf das andere übertragen – und eines dieser Tiere, das gewaltsam in die Nähe des Menschen gebracht wird, wird diese wahrscheinlich infizieren“, erklärte die britische Forscherin, die insbesondere durch ihre Arbeit mit Schimpansen in Afrika berühmt wurde.

Auch eine exzessive Jagd auf Tiere, Wildtiermärkte in Afrika und Asien und Intensivlandwirtschaft, die auf Fleischkonsum ausgerichtet ist, förderten die Verbreitung von Viren. In Afrika sei es aber schwierig, den Fleischverkauf zu stoppen, da zahlreiche Menschen für ihren Lebensunterhalt darauf angewiesen seien.

Goodall betonte, dass jeder Mensch zu einem bewussteren Umgang mit Natur und Tieren beitragen könne. „Es bleibt zu hoffen, dass durch diese beispiellose Reaktion mit den weltweiten Abriegelungen mehr Menschen aufwachen und endlich darüber nachdenken, wie sie ihr Leben anders leben können“, sagte Goodall.

Motorradreisen und psychisch krank ||Mopped&Psyche Teil 2

in der Manie zu riskant unterwegs? In der Depression die Todessehnsucht verspüren? Keines von beiden, denn das ist zu einfach gedacht.
Das Mopped seh ich immer mit Respekt vor seiner Kraft, Schnelligkeit und Wendigkeit. Dezent und in Ruhe wird der alte Vierzylinder mit hohen Tagesschnitten von 1000km und mehr bewegt. Will ans Ziel kommen, so wie jedes Jahr im Oktober nach Colombres [http://www.motoclubindianos.com]. Unter motosolution.de sind einiger der alten Motorräder zu sehen.

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Abb.9: „sex on wheels“ oder wie Paul sagen würde „meals on wheels“Abb. 10: Bollwerke der letzten Jahrhunderte verlassen nd Vergangenheit. Die Dörfer warten auf eine Erweckung durch Touristen oder lokaleProgramme

Korsika 2010
Der folgende Tag gehörte dem Osten von Corte, der Castigniccia, das eigentlicheHerzland der Insel. Und wie es für uns typisch ist, hab ich nur die kleinsten Straßen für unsere Tour ausgewählt.Wir fuhren reell nicht viel, aber die Strecke war gespickt mit tausend Kurven und kleinen Dörfern mit pittoresken Aussichten und Schlaglöchern und wir kamen dem korsischen ein wenig näher

Die Ostküste hat uns enttäuscht, aber das sollte uns auch nicht weiter interessierenund wir fuhren von Corte aus am nächsten Tag durch die Scala Sta. Regina über dieD84 an die Westküste nach Porto in die Nähe der Calanche.Was für ein spektakulärer Schluchten- und Pässeritt dem Meer entgegen.Abb.11: und wieder die charcuterieAbb. 12: Scala Regina, den ganzen Tag. Es gibt schlimmeres um seine Lebenszeit zu verbringenPorto an der Westküste ist das Tor zu Calanche im Süden und gerne stiegen wir in einem kleinen Motorradhotel ab und blieben zwei Tage.

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Abb.11: und wieder die charcuterieAbb. 12: Scala Regina, den ganzen Tag. Es gibt schlimmeres um seine Lebenszeit zu verbringen
http://www.pitpfaff.de

Motorradreisen und psychisch krank ||Mopped&Psyche Teil 1

Geht das? Kurz gesagt, klar, denn das ist heilende Medizin für die Seele. Einfach unterwegs und nur schon unterwegs zu sein, ist für mich Therapie. Das kleine 1-Mann-Zelt, die Thermarest mit Schlafsack, Trangia in der Ortlieb-Satteltasche und Espresso-System im Tankrucksack, Klappspaten klein und Ortlieb-T-Pack dabei und einfach, einfach sein.

Zitat Reisebericht Korsika 2010:

Um 7.00 Uhr, nach einer geruhsamen Nacht auf den Polstern des Speisesaals, erreichten wir Bastia und die Reise führte uns nach Norden zur Umrundung von Cap Corse. Da zeigte sich der Frühling und Sommerübergang in seiner vollen Pracht. Im Mai blüht die Insel und wir fanden Pflanzen in der Blüte vor, die wir nur als Grünzeug am Wegesrand kannten oder von der Sommerhitze komplett verbrannt.

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Abb.16: Frühlingsblüte…Abb.17: wo immer man schaut

Die Umrundung von Cap Corse ist ein stilvoller Einstieg in die Inselwelt und es heißt, es zeige sich die komplette Geographie und Schönheit der ganzen Insel im nördlichen Zeigefinger von Korsika.

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Abb.18: Cap Corse Richtung Südwest blickend

Ich hab kaum eine schönere Tagestour mit dem Motorrad erlebt, als die eindrucks-volle Fahrt um das Cap Corse, immer am Meer entlang, eine schmeichelnde Sonne, Kurven und Schlaglöcher und atemberaubende Aussichten übers Meer und Felsküste, und den bis 2700 m hohen und schneebedeckten Berges des Inselrückens im Hintergrund.

Das war Teil 1 zu Mopped&Psyche [http://www.pitpfaff.de]

Neuroleptika: Fluch oder Segen

Das erste Neuroleptikum Chlorpromazin

Der französische Militärarzt und Chirurg Henri Marie Laborit entdeckte als erster die psychotrope Wirkung von Chlorpromazin und ebnete damit den Weg für die Einführung der Neuroleptika

Der erste Wirkstoff, der als antipsychotisch wirksames Medikament vermarktet wurde, ist das Chlorpromazin.[13] Es wurde im Jahr 1950 erstmals in Frankreich bei Forschungen zu antihistaminisch wirksamen Substanzen vom Chemiker Paul Charpentier bei der Firma Rhône-Poulenc synthetisiert. Seine antipsychotische Wirkung wurde zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht erkannt. Im Jahre 1952 erprobte der französische Chirurg Henri Marie Laborit auf der Suche nach einem wirksamen Anästhetikum mehrere Antihistaminika. Er bemerkte, dass diese Stoffe eine sedierende und angstlösende Wirkung zu haben schienen, allen voran das Chlorpromazin.

Zwischen April 1951 und März 1952 wurden 4000 Proben an über 100 Forscher in 9 Länder verschickt. Am 13. Oktober 1951 erschien der erste Artikel, in dem Chlorpromazin öffentlich erwähnt wurde. Laborit berichtete über seine Erfolge mit der neuen Substanz bei der Anästhesie. Die beiden französischen Psychiater Jean Delay und Pierre Deniker gaben am 26. Mai 1952 bekannt, dass sie eine beruhigende Wirkung bei Patienten mit Manie gesehen hätten. Während Chlorpromazin am Anfang noch gegen viele verschiedene Störungen eingesetzt wurde, zeigte sich später als wichtigste Indikation eine spezifische Wirkung gegen psychomotorische Unruhe, vor allem bei der Schizophrenie.

Ab 1953 wurde das Chlorpromazin als Megaphen (Deutschland 1. Juli 1953) oder Largactil in Europa vermarktet, 1955 kam es in den USA unter dem Namen Thorazine auf den Markt. Die heute gebräuchliche Bezeichnung „Neuroleptikum“ wurde 1955 von Delay und Deniker eingeführt. Sie hatten beobachtet das Reserpin und Chlorpromazin sehr ähnliche extrapyramidale Nebenwirkungen haben.[14] Das neue Medikament wurde in den USA als „chemische Lobotomie“ beworben. Die Lobotomie war zu dieser Zeit eine verbreitete Gehirnoperationsmethode zur Behandlung einer Reihe von psychischen Krankheiten und Verhaltensstörungen. Die Verwendung von Chlorpromazin versprach eine vergleichbare Wirkung mit dem Vorteil, dass eine rein medikamentöse Behandlung nicht-invasiv und reversibel ist.

Die neurophysiologische Wirkung des Chlorpromazin wurde erforscht, davon ausgehend wurden zahlreiche weitere antipsychotisch wirksame Stoffe entdeckt. Die Forschungen führten 1957 zur zufälligen Entdeckung der modernen Antidepressiva sowie weiteren Wirkstoffen wie Anxiolytika.

Soteria (v. griech. σωτηρία „Rettung“, auch: Wohl, Bewahrung, Heil)

ist eine alternative stationäre Behandlung von Menschen in psychotischen Krisen. In einem alltagsnahen und normalisierenden Kontext (wohnlich, familienartig, entspannt) werden Patienten mit möglichst geringer neuroleptischer Medikation durch ihre Psychose begleitet.[1] Eine wichtige theoretische Basis dieser Therapieform ist die Affektlogik von Luc Ciompi.

Entwickelt wurde dieses alternative Behandlungsmodell im Zuge der Antipsychiatrie-Bewegung seit den 1960er Jahren. Die erste Einrichtung dieser Art wurde 1971 in Kalifornien (USA) vom Psychiater Loren Mosher (* 1933; † 2004) gegründet, musste jedoch nach zwölf Jahren wegen Einstellung staatlicher Hilfen geschlossen werden. 1984 gründete der Schizophrenieforscher Luc Ciompi in Bern (Schweiz) die erste Soteria[2] in Europa.

Das Soteria-Konzept hat seither vor allem in Deutschland Verbreitung gefunden. Seit den 1990er Jahren wurden dort über 15 Soteria-Projekte gegründet. Heute gibt es Soteria-Einrichtungen in Deutschland in Zwiefalten[3] (seit 1999), München[4] (seit 2003), Reichenau[5] (seit 2012), Gangelt[6] und Berlin[7] (beide seit 2013). Zudem gibt es seit 2012 in Bonn[8] eine Station mit Soteria-Elementen[9]. Die genannten Einrichtungen sind Mitglieder der 1997 in Bern gegründeten und 2015 in einen Verein umgewandelten Internationalen Arbeitsgemeinschaft Soteria (IAS)[10], deren Schwerpunkt neben Vernetzung und fachlichem Austausch die Sicherung der Soteria-Behandlungsqualität mittels der “Soteria Fidelity Scale”[11] ist. Daneben gibt es auch Soteria-Häuser in Tokyo[12] und Jerusalem[13] sowie Soteria-Projekte in Großbritannien[14] und den Niederlanden[15].